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Prophylaxe und Therapie
Aufwendige Infektionskontrolle mit Hygiene und Isolation
In Kliniken mit hoher MRSA-Rate versucht man der Verbreitung der Erreger durch verschärfte Hygiene und Isolierung von Patienten mit MRSA-Infektionen entgegenzutreten. Diese aufwendigen Maßnahmen sind mit hohen Kosten verbunden und zeigen nur dann einen Effekt, wenn sie langfristig strikt eingehalten werden.
MRSA-Standardantibiotikum stößt an Grenzen
Nur wenige Antibiotika sind gegen MRSA zuverlässig wirksam. Das nach wie vor bei MRSA-Infektionen am häufigsten eingesetzte Medikament ist Vancomycin. Mit der zunehmenden Verbreitung von MRSA-Infektionen stieg daher auch der Verbrauch an Vancomycin erheblich an.
Ein unerwünschter Nebeneffekt ist das Auftreten Vancomycin-resistenter
Erreger.
Meist handelt es sich um Enterokokken, es werden aber auch MRSA mit reduzierter
Empfindlichkeit gegen Vancomycin beobachtet.
Vancomycin kann die Nieren schädigen und dringt aufgrund seiner Molekülgröße schlecht in infizierte Gewebe ein, so dass es zum Beispiel für die Behandlung von Lungeninfektionen nur bedingt geeignet ist. Außerhalb des Krankenhauses kann es kaum eingesetzt werden, weil es als Infusion gegeben werden muss.
Neue MRSA-Medikamente bieten neue Therapiechancen
Nachdem es über Jahrzehnte nicht gelungen war, grundlegend neue MRSA-Medikamente zu entwickeln, wurden seit dem Jahr 2000 eine Reihe innovativer MRSA-wirksamer Antibiotika eingeführt. Diese Substanzen spielen eine zunehmende Rolle in der Therapie schwerer und lebensbedrohlicher Infektionen mit multiresistenten Staphylococcus-aureus-Stämmen.
Es zeichnet sich ab, dass manche der neuen Substanzen gegenüber Vancomycin in bestimmten Situationen therapeutische Vorteile bieten. Ein weiterer Vorteil der erweiterten Antibiotikapalette für MRSA-Infektionen besteht darin, dass das Risiko weiterer Resistenzbildung reduziert wird.